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19. Oktober 2020 | Dipl.-Met. Sabine Krüger

Alle Jahre wieder...

Alle Jahre wieder...

Datum 19.10.2020

...kommt das Christuskind und der Reifenwechsel. Im heutigen Thema des Tages soll es also nicht um die ersten Prognosen zum Weihnachtswetter gehen, sondern um die Anpassung des Autos an winterliche Straßenverhältnisse.

Wie jedes Jahr im Herbst müssen sich Autobesitzer nun so langsam um das Wechseln der Bereifung ihres Automobils kümmern. Von O bis O, also von Oktober bis Ostern, so lautet eine grobe Empfehlung für die Verwendung von Winterreifen an Fahrzeugen. Einen gesetzlich genau definierten Zeitraum, in dem die Winterreifen am Auto montiert sein müssen, gibt es allerdings nicht. Vielmehr wird in der Straßenverkehrsordnung festgelegt, dass bei "winterlichen Wetterverhältnissen" nur mit sogenannten M+S-Reifen gefahren werden darf. Dabei steht "M+S" für Matsch und Schnee.

In der Straßenverkehrsordnung in Paragraph 2, Absatz 3a werden als winterliche Straßenverhältnisse Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte genannt.

Auch wenn es zum Beispiel vor allem in den höheren Lagen der Alpen schon etwas Schnee gab und die Tiefsttemperaturen der Nächte gebietsweise leicht unter 0 Grad lagen, führte das im diesjährigen Herbst noch nicht zu glatten Straßen. Am anfälligsten für Reif- oder allgemein Straßenglätte sind bei entsprechenden Temperaturen zunächst die Brücken. Im Gegensatz zu anderen Straßenabschnitten, die durch den darunterliegenden, aktuell noch warmen Erdboden nicht so schnell auskühlen, sind Brücken von der kalten Luft gänzlich umgeben. Besonders stark ist die Auskühlung bei Stahlbrücken. Stahl hat eine geringere spezifische Wärmekapazität als zum Beispiel Beton oder Asphalt und kann daher die Wärme weniger gut speichern - kühlt also schneller aus.

In den kommenden Nächten wird es zunächst sogar eher unwahrscheinlicher, dass es zu Straßenglätte kommt. Zwar wird in der Nacht zum Dienstag vor allem in der Südhälfte bei locker bewölktem oder teils auch klarem Himmel verbreitet leichter Frost in Bodennähe (in 5 cm über dem Boden) erwartet und selbst leichter Luftfrost (gemessen in 2 m über dem Boden) tritt vor allem in Teilen Bayerns auf. Allerdings ist wie erwähnt noch ausreichend Wärme im Boden und von Südwesten fließt an den Folgetagen zunehmend mildere Luft ein. Das Temperaturniveau steigt also zunächst erstmal wieder an. Dennoch sollte man den diesjährigen Reifenwechsel nicht aus den Augen verlieren...



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