Facebook Twitter
Drucken
28. November 2021 | Dipl.-Met. Christian Herold

Westwetterlage bringt Sturm und Regen

Westwetterlage bringt Sturm und Regen

Datum 28.11.2021

Am Wochenende zeigten sich hierzulande bereits vielerorts die Vorboten des Winters. Doch ab Dienstag ändert sich die Wetterlage. Die ersten Winterstürme erwarten uns. Dabei setzt sich vom Atlantik mildere Luft durch. Die Ursache dafür ist eine sogenannte Westwetterlage. Doch was macht eine Westwetterlage aus? Und wie geht es danach weiter?

Am Wochenende zeigten sich hierzulande bereits vielerorts die Vorboten des Winters. Doch ab Dienstag ändert sich die Wetterlage. Die ersten Winterstürme erwarten uns. Dabei setzt sich vom Atlantik mildere Luft durch. Die Ursache dafür ist eine sogenannte Westwetterlage. Doch was macht eine Westwetterlage aus? Und wie geht es danach weiter?

Bei einer typischen Westwetterlage bilden sich zumeist in der Labradorsee Tiefdruckgebiete, die in rascher Abfolge eingebettet in eine kräftige West-Ost gerichtete Höhenströmung überwiegend zwischen dem 50. und 60. Breitengrad ostwärts ziehen. Vom Nordatlantik kommend überqueren sie häufig die Britischen Inseln, ziehen weiter zur Nord- und Ostsee und anschließend nach Osteuropa. Dabei beeinflussen ihre Frontensysteme auch Mitteleuropa. Dadurch ist die Witterung besonders im Norden Deutschlands recht unbeständig, im Süden herrscht hingegen häufig auch besseres Wetter. Phasen mit zahlreichen Schauern und längeren Niederschlägen wechseln sich mit kurzen trockenen Perioden ab. Im Winter bleibt es bei Westwetterlagen relativ mild. Schnee fällt dann nur zeitweise in den Mittelgebirgen. Denn die Luft kommt dann vom relativ warmen Atlantik. Aufgrund der größeren Luftdruckgegensätze bilden sich bei Westwetterlagen im Winterhalbjahr häufig kräftige Sturmtiefs. Nahezu alle großen Sturmlagen lassen sich in Mitteleuropa auf Westwetterlagen zurückführen. Im Sommer bleibt es bei Westwetterlagen eher kühl.

Am häufigsten traten Westwetterlagen im Juli und August auf und sorgten für den typischen mitteleuropäischen wechselhaften Sommer. Doch in den vergangenen Jahren war dies kaum noch der Fall. In den 90er Jahren waren die Wetterlagen noch die vorherrschende Großwetterlage. Seit etwa 20 Jahren hat ihre Anzahl jedoch deutlich abgenommen.

Auch in den nächsten Tagen erwartet uns wieder eine Westwetterlage, die uns vorübergehend Milderung und auch die ersten Winterstürme bringt. Denn das derzeit uns beherrschende Tiefdruckgebiet namens ANDREAS, das auf seiner Rückseite kühle Polarluft zu uns brachte, zieht nach Osten ab. Es macht den Weg frei für ein schwaches atlantisches Sturmtief mit dem Namen CHRISTIAN, das von Montagabend bis Dienstag von den Shetlandinseln zur Ostsee zieht. Seine Warmfront erreicht in der Nacht zum Dienstag den Nordwesten. So kommt dort Regen auf, der sich südostwärts ausbreitet, dabei aber auf die kalte Polarluft trifft, die durch die Warmfront nur langsam ausgeräumt wird. So muss man am Dienstagmorgen in der Mitte ab Vormittag auch im Süden und im Osten mit einer weißen Überraschung rechnen. Denn die Niederschläge fallen zunächst bis in tiefe Lagen als Schnee. Dabei können einige Zentimeter Neuschnee fallen. Dazu frischt der Wind mit starken bis stürmischen Böen deutlich auf. Im Bergland kommt es bei kräftigeren Schneefällen und teils schweren Sturmböen zu Verwehungen. Von Westen setzt sich im Tagesverlauf aber Milderung durch, sodass die Schneefallgrenze deutlich ansteigt und somit am Abend nur noch im Osten und Südosten? oberhalb von 1000 m Schnee fällt.

Am Mittwoch kommt dann schon das nächste Sturmtief (voraussichtlich DANIEL), das von der Nordsee über Dänemark ostwärts zieht und besonders dem Norden Deutschlands Sturmböen bringt. Es bleibt dabei ziemlich mild und regnerisch.

Ab Donnerstag baut sich auf dem Atlantik ein kräftiges Hoch auf, dass die West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete vorübergehend blockiert. An seiner Ostflanke stößt mit nordwestlicher Strömung wieder kühlere Polarluft Richtung Mitteleuropa vor. Zumindest im Bergland wird es dann wieder winterlich.



© Deutscher Wetterdienst